live aus israel 4 31.05.

live aus tel aviv – yafo / vom keller in die hölle (wegen hitze)

in den tagen, die seit dem letzten bericht ins heilige land gingen (gefühlte sieben, real wohl eher vier oder so), wurde der autor aufs vortrefflichste von zeitaufwendigen erlebnissen vom turnusgemässen bloggen abgehalten. was bisher geschah:

die exkursionsgruppe “heinrich himmler” setzte, nach tagen politischer brisanz (einige erinnern sich vielleicht: feindgebietssichtung von der kunsthochschule aus im letzten beitrag) zum entspannungsprogramm an: es wurden sämtliche (zwei) museen jerusalems besucht. dabei konzentrierte sich die aufmerksamkeit vornehmlich auf die im “israel museum” und “museum on the seam” ausgestellten arbeiten und um kunst. für sekunden liess sich zudem der direktor des “israel museum” blicken, gestandener kunstkenner mit zwanzig jahren berufserfahrung im “museum of modern arts” in new york. stilsicher: grün gescheckte brille zur grün gescheckten krawatte, hose. die gruppe erhielt von verantwortlichen zweiten und dritten grades exklusive führungen und hintergrundinformationen. etwa: das eine kunstwerk wollte sein urheber eigentlich gar nicht ausstellen anlässlich des 60. jahrestages der gründung israels. das museum kaufte seine arbeit und darf sie nun präsentieren. die zweite ausstellung beinhaltete fast ausschliesslich video- und sonstige installationen. der autor zog sich den ihm bereits bekannten “film” von samuel beckett rein, und machte ansonsten – aus trotz versteht sich – dicht. aber nett war es wohl. am anderen tag gab es noch eine bustour ganz unmittebar zur “separation wall” mit anfässen und schimpfen. die tourleiterin so: “the wall has no effect on suicide bombings, they mostly enter israel through checkpoints.” schön und gut soweit, bis es dann zu “the same thing” (so die tourleiterin) ging, nach yad vashem, der weltgrössten holocaustgedenkstätte. zum heulen ist es dort.

seit zwei tagen befindet sich der autor nun in tel aviv – yafo, wie es korrekt heisst, und hat die für jede stadt obligatorische pro – kontra – einteilung vorgenommen.

pro: viel weniger verrückte / religiöse als in jerusalem

kontra: superheiss, sandstrand – ergo reiben sandkörner zwischen sandale und fuss und verunmöglichen die benutzung der luftigen alternative zum wanderstiefel

pro: superheiss, sandstrand

kontra: bagger am sandstrand (seit gestern auch chemikalien im wasser), überhaupt sieht der strand nach baustelle aus

pro: gleich hinter dem bagger lief ein junge mit einem pferd entlang

kontra: etwas teurer als jerusalem (vermutung, beruhend auf einem vorfall, bei dem der autor für sechs orangen vier euro zahlte)

pro: jugendliche und musik im nachtleben

kontra: jugendliche und musik im nachtleben

pro: flugzeuge im landeanflug: sieht einfach klasse aus

kontra: tagsüber kaum bewegung möglich

pro: tagsüber kaum bewegung möglich

konra: katzengrosse fledermäuse (bereits einmal aus der ferne gesehen)

pro: geile weiber

2.jpg
ist in der wüste beim toten meer ums eck

4.jpg
bagger frisst junge mit pferd am strand bei tel aviv auf.
bilder von exkaputtgehen an plätzen, die niemand beachtet, sich aber immerhin u.a. in israel befinden gibts hier (klick!).

Kommentieren

autos | am 31.05.08 um 13:13 Uhr

den kulminationspunkt der komik (wg. redundanz) ist erreicht – ich lach mich schlapp!

ps: meinten sie “den ihm bereits bekannten “film” von samuel rein” ?

achso: hier gehts zur neuen lichtenauermann episode
http://sachsen-fernsehen.de/default.aspx?ID=3761&showNews=230838

jahann | am 31.05.08 um 18:05 Uhr

ein absoluter kracher der bericht. traumhaft.
auch der kommentar von auto. super.
bilder folgen noch. leider erst morgen. ich beeile mich.

m. dietzns | am 01.06.08 um 19:22 Uhr

hab steifgem in israel cu

jahann | am 01.06.08 um 22:06 Uhr

hahahahaha
geil.
wo bleiben kommentare von anderen?

autos | am 01.06.08 um 22:16 Uhr

sieht dummerweise aus wie in dubai. (stadt der kontraste: auspeitschen nur außerhalb der schwulenszene versus “sogar friseur im hotel”)

inge | am 02.06.08 um 12:17 Uhr

heiß ersehnte kommentare anderer user: klingt abenteuerlich

exkaputtgehen » Blog Archive » live aus israel 5 | am 02.06.08 um 19:41 Uhr

[...] “stadt” ramle. die lächerliche entfernung von circa 25 kilometern bis tel aviv (bericht hier) hält allerdings niemanden davon ab, die rare ferienzeit mit dem armseligen versuch, rund um die [...]