22.02.10 | von Señor Bearpaw
Tonträger-Aufführung von Karlheinz Stockhausens “HYMNEN – Elektronische und konkrete Musik” (1966) im Oberstübl`.
Prof. Günter Peters, kurz vorm großen Umzugskistenpacken, bringt die HYMNEN mit – und entsprechende Fachkenntnis zur Materie.
Vorab, Karlheinz Stockhausen selbst zu seinem ca. 113minütigem Werk und dessen Kompositionsweise :
Zahlreiche kompositorische Prozesse der Inter-Modulation sind in
den HYMNEN angewandt worden. Zum Beispiel wird der Rhythmus einer Hymne mit der Harmonik einer anderen Hymne, das Ergebnis mit der
Lautstärkekurve einer dritten Hymne, dieses Ergebnis wiederum mit der
Klangfarbenkonstellation und mit dem melodischen Verlauf elektronischer
Klänge moduliert, und schließlich wird diesem Ergebnis noch eine
räumliche Bewegungsform aufgeprägt. Manchmal werden Teile einer Hymne roh, nahezu unmoduliert, in die Umgebung elektronischer Klangereignisse eingelassen, manchmal führen Modulationen bis an die Grenze der Unkenntlichkeit. Dazwischen gibt es viele Grade, viele Stufen der Erkennbarkeit. Außer den Nationalhymnen wurden weitere “gefundene Objekte” verwendet: Sprachfetzen, Volksklänge, aufgenommene Gespräche,Ereignisse aus Kurzwellenempfängern, Aufnahmen von öffentlichen Veranstaltungen, Manifestationen, eine Schiffseinweihung, ein chinesischer Kaufladen, ein Staatsempfang usw.
Einlass: 20.00
Beginn: 20.15 Uhr mit kurzer Einführung von Günter Peters.
